Ein Besuch im Märkischem Museum und ein Spaziergang durch das historische Berlin



Ein Besuch im Märkischen Museum ist immer ein Erlebnis. Hier kann der Besucher alles über die Geschichte Berlins erfahren. Das Gebäude erinnert an eine Kirche, ist es aber nicht! Das Märkische Museum wurde ursprünglich 1874 gegründet. Es zog aber erst 1908 in seinen heutigen Bau, der von Ludwig Hoffmann stammt. Draußen am Eingang lädt eine Roland Statue ein, das Museum zu betreten. Was erwartet einen drinnen?

Glocken vor dem Märkischen Museum


Im Museum
In der Eingangshalle begrüßt Theodor Fontane den Besucher. Dann kann man ein Modell vom mittelalterlichen Berlin und Cölln bestaunen. Es stellt die zwei Schwesterstädte im Jahre 1440 dar. Dieses Modell wurde 1937 zur 700 Jahrfeier Berlins hergestellt. Ein anderes Modell zeigt wie Berlin, Cölln und die neu gegründete Stadt Friedrichswerder im Jahre 1684 aussahen. Die slawische Burg Spandau kann man ebenfalls als Modell bestaunen. Im ganzen Museum verteilt, findet der Besucher Bilder von berühmten Berlinern - wie das des Eisenbahnkönigs Strousberg und seiner Familie. Informationstafeln erzählen die Geschichte von bekannten Straßen und Stadtvierteln. Besonders originell ist der Friseursalon aus der Kaiserzeit  - witzig die Barttassen! Diese Tassen besitzen unterhalb der Stelle, wo beim Trinken der Mund gewöhnlich angesetzt wird, einen horizontalen Steg - damit der Bart geschützt wird. Eine andere Abteilung widmet sich ganz der Frühgeschichte Berlins. Nicht nur Kinder lieben das Kaiser Panorama, das historische Fotografien im 3D Format zeigt. Wer diese Bilder anschaut, denkt er ist wirklich im alten Berlin. Beliebt sind auch die Vorführungen der mechanischen Musikinstrumente, die immer sonntags um 15 Uhr stattfinden.


Der historische Hafen und die Fischerinsel
Für dem, der genug vom Märkischen Museum hat, aber noch weiter die Geschichte Berlins erkunden will, bieten sich genug Möglichkeiten. Nicht weit weg vom Museum liegt der historische Hafen - eine Sehenswürdigkeit Berlins, die übrigens nicht so bekannt ist, dort kann man alte Binnenschiffe bestaunen.
Die Fischerinsel gehörte zum ältesten Teil Cöllns. Sie hat ihren Namen von den Fischern, die im Mittelalter hier wohnten. Einst waren diese Fischer ziemlich wohlhabend. Erst im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Gegend zum Quartier der armen Leute, dem sogenannten Fischerkiez. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fischerinsel weitgehend zerstört, die erhaltenen Gebäude wurden abgerissen. Ein Plattenbauviertel entstand in den 1970er Jahren.



  Das Nikolaiviertel
Kleine Straßen führen durch das Nikolaiviertel, welches eines der ältesten und gleichzeitig charmantesten Viertel Berlins ist. Hier kann man in kleinen Läden stöbern und sich in gemütlichen Gaststätten stärken. Die Nikolaikirche wurde ungefähr 1230-1250 erbaut und ist somit die älteste Kirche Berlins. Eine Ausstellung im Inneren erzählt die Geschichte der Kirche. Sie kostet Eintritt, aber einen kurzen Blick kann man trotzdem in die Nikolaikirche werfen, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Blick vom Historischen Hafen auf das Nikolaiviertel

Ephraim Palais,  das Rote Rathaus und der Berliner Dom
Direkt am Rande des Nikolaiviertels steht das Ephraim-Palais. Es ist ein recht ungewöhnliches Haus. Erbaut wurde es in der Regierungszeit Friedrich des Großen im Rokoko Stil für den Münzpächter Veitel Heine Ephraim. 1936 wurde das Gebäude, das einst am Mühlendamm stand, abgetragen und an seiner jetzigen Stelle wieder aufgebaut. 
Weiter geht es zum Roten Rathaus, dem Regierungssitz des Berliner Bürgermeisters. Ein Fries am Rathaus erzählt die Geschichte Berlins. Das Rote Rathaus bekam seinen Namen übrigens von den Ziegeln, aus denen es erbaut wurde. 
Am Berliner Dom, der noch relativ „neu“ ist - er wurde erst 1905 fertiggestellt - endet der Spaziergang durch das alte Berlin. Wer noch nicht müde ist, sollte das Innere besichtigen. Besonders eindrucksvoll ist die Hohenzollern Gruft, wo die vielen Kindersärge zeigen, dass der Tod nicht zwischen reich und arm unterscheidet.



Das rote Rathaus



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