Berliner Originale - Johann Gottfried Schadow


Einer der bedeutendsten Berliner Bildhauer und Maler wurde am 20. Mai 1764 in der Lindenstraße, nahe dem Halleschen Tor, geboren. Johann Gottfried Schadow, dessen Familie ursprünglich aus der Mark Brandenburg kam, ging im Grauen Kloster zur Schule. Seinen Zeichenunterricht bekam der junge Schadow bei Giovan Battista Selvino, der seine Schulden bei Schadows Vater, einem Schneider, durch diese Art bezahlen wollte. Später lehrte ihn Madame Tassaert, eine Miniaturmalerin aus Paris. Sie war mit dem flämischen Bildhauer Antoine Tassaert verheiratet, der den noch ziemlich ungebildeten Schadow in seine Kunst einweihte.
Johann Gottfried Schadows Grab
Schadows Jahre im Ausland
Als der junge Künstler 21 Jahre alt war, brannte er mit seiner Geliebten, Marianne Devidels, die Tochter eines Wiener Juwelenhändlers, nach Wien durch. Im selben Jahr fand auch die Hochzeit statt. Ihr Sohn, Friedrich Wilhelm von Schadow (1788−1862) wurde ein bekannter Maler. Dann verschlug es den jungen Schadow nach Rom, wo er Zeit hatte, die Antike gründlich zu studieren. Später reiste Johann Gottfried Schadow auch nach Skandinavien. 1787 kehrte Schadow nach Berlin zurück. 1788, nach dem Tod Taessaerts, der inzwischen Hofbildhauer war, übernahm er dessen Werkstatt.

Grabmal des Grafen von der Mark und die Prinzessinnengruppe
Schadow fing sogleich an das Grabmal des Grafen von der Mark herzustellen, das er 1790 vollendete. Der kleine Graf war ein Sohn von Friedrich Wilhelm II. und seiner Geliebten, der Gräfin Lichtenau. Angeblich wurde der Junge vergiftet. Das Grabmal wurde in der heute nicht mehr bestehenden Dorotheenstädtischen Kirche in Berlin aufgestellt. Momentan kann man dieses Kunstwerk in der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel betrachten. Nach diesem Meisterwerk bekam er einen Auftrag nach dem anderen. Die Prinzessinnengruppe (1795/97) ist eine weiteres Glanzstück Schadows. Sie stellt die spätere Königin Luise zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Friederike dar.


Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor
Es stand gar nicht erst zur Debatte, wer die Quadriga auf dem neu errichteten Brandenburger Tor anfertigen sollte. Johann Gottfried Schadow natürlich! 1794 wurde die Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin aufgestellt. Schadow musste jedoch miterleben, wie Napoleon bei seinem Einzug 1806 in Berlin sein Meisterwerk entführte. Die Quadriga kam erst 1814 zurück nach Berlin.

1801 traf Schadow Goethe; dieses Treffen war ein Misserfolg. Es endete im Streit. Schadow wohnte in der Schadowstrasse10/11, das klassizistische Bauwerk von 1805 kann noch heute besichtigt werden. 1815 wurde Schadow zum Direktor der Königlichen Preußischen Akademie der Künste ernannt. Einer seiner Schüler war Christian Daniel Rauch (1777-1857), der später einer der bedeutendsten Bildhauer des deutschen Klassizismus wurde.

Quadriga auf dem Brandenburger Tor

Schadows spätere Lebensjahre
Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratete Schadow 1817 ein zweites Mal. Auch Caroline Henriette Rosenstiel, mit der er drei Kinder zeugte, stirbt vor ihm (1832). Ihr gemeinsamer Sohn Felix wurde, wie sein Bruder Friedrich Wilhelm von Schadow, ein bekannter Maler. Wegen einer Augenoperation im Jahre 1736 widmete sich der alte Schadow mehr dem Zeichnen als der Bildhauerei. Schadow starb friedlich am 27.1. 1850 im Alter von 85 Jahren in Berlin. Er wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin Mitte beigesetzt, wo sein Grab auch heute noch besichtigt werden kann.



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