Die schönste Tramstrecke Berlins - eine Fahrt mit der Uferbahn



Eine Fahrt mit der Tram 68, auch Uferbahn genannt, ist etwas ganz Besonderes. Sie ist die wohl schönste Straßenbahnlinie in Berlin und fährt vom S-Bahnhof Köpenick nach Schmöckwitz. Seit 1912 gibt es sie. Während dieser Reise vergisst man schnell das hektische Stadtleben.

Das Rathaus und der Hauptmann von Köpenick
Um nichts von dieser wundervollen Fahrt zu verpassen, steigen Sie am besten am S-Bahnhof Köpenick ein. Denn hier beginnt die Reise durch das grüne Köpenick. Zuerst geht die Fahrt durch die Bahnhofstraße, die ein wichtiger Einkaufsort für alle Köpenicker ist. Die erste Attraktion ist das Rathaus, aus dem Jahre 1904, vor dem eine Statue des Hauptmanns von Köpenick steht. Fast alle kennen die Geschichte vom Schuster Wilhelm Voigt, der am 16. Oktober 1906 in einer Hauptmanns Uniform den Bürgermeister verhaftete, um sich dann der Stadtkasse zu bemächtigen. Voigt ging als „Hauptmann von Köpenick“ in die Geschichte ein. Carl Zuckmayer schrieb ein Theaterstück über ihn - ein Film mit Heinz Rühmann kam 1956 in die Kinos.

Der Hauptmann von Köpenick vor dem Rathaus Köpenick

Das Köpenicker Schloss und der Schlossgarten
Der nächste interessante Halt ist die Schlossinsel. Wer will, kann jetzt aussteigen, um das Schloss und den Schlosspark zu besichtigen und später wieder einsteigen. Die Insel ist durch eine Brücke über den Schlossgraben mit dem Festland verbunden. Köpenick ist viel älter als Berlin. Schon im frühen Mittelalter siedelten auf der Insel die Slawen. Der legendäre Slawenfürst Jaxo von Köpenick lebte um 1157 in einem einfachen Gebäude hier. Das heutige dreigeschossige Barockschloss wurde ab 1677 gebaut. Im Inneren befindet sich ein Kunstgewerbemuseum.1730 fand das Kriegsgerichtsverfahren gegen Kronprinz Friedrich und seinen Freund Katte im Wappensaal statt. Katte wurde zum Tode verurteilt und Friedrich musste zusehen, wie sein Freund hingerichtet wurde. Die Schlosskapelle (1685) ist ein Werk von Johann Arnold Nehring, der zu dieser Zeit der wohl bekannteste Architekt in Berlin war. Einen besonderes schönen Ausblick auf das Schloss hat man von der Langen Brücke. Romantisch ist der Schlossgarten, der zum Teil sehr alte und seltene Bäume hat. Wie wäre es mit einer kleinen Erfrischung im Schlosscafé bevor der Ausflug weitergeht?
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Schloss Köpenick 


Von Grünau über Karolinenhof nach Alt-Schmöckwitz
Jetzt geht ein Teil der Fahrt durch Spindlersfeld, das seinen Namen von der Großwäscherei, die Wilhelm Spindler 1873 hier errichtete, bekam. Köpenick wurde als die "Waschküche" Berlins bekannt. Die Straßenbahn erreicht den S-Bahnhof Grünau. Von nun rollt die Tram Linie 68 gemütlich durch den Wald, der einlädt auszusteigen und drauf los zuwandern. Grünau ist bekannt durch seine Regattastrecke, die eine der ältesten Deutschlands ist. Die Regattastrecke, die immer noch benutzt wird, befindet sich am Langen See, denn so heißt die Dahme hier. Nächster Halt ist das Strandbad Grünau. Hier können Sie an einem heißen Tag relaxen. Weiter geht es durch den Villenvorort Karolinenhof. Nun erreicht die „Uferbahn“ das Adlergestell - die längste Straße Berlins. In Alt-Schmöckwitz ist die Endhaltestelle der Tram 68, aber das muss noch lange nicht das Ende des Ausflugs sein. Hier bieten sich unendliche Möglichkeiten um das ehemalige Fischerdorf und seine Umgebung, wie zum Beispiel den Seddinsee zu erkunden. Die Dorfkirche stammt von 1799. Ein Tipp, man sollte jedoch den Fahrplan studieren, damit man nicht die letzte Fahrt zurück ins hektische Berlin verpasst. Die Tram fährt durchschnittlich alle 20 Minuten.
Die Tram 68 in Schmöckwitz 
www.bvg.de

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